„!Nie wieder – 10. Erinnerungstag des Fußballs“ und die Löwenfans gegen Rechts als Gründungsmitglieder dabei…

Am Wochenende fand im Haus des Landessportbund Hessen e.V. die Versammlung „Nie wieder!“ zum Erinnerungstag im deutschen Fußball statt. Hierzu ein interessanter Beitrag von DFB-TV.

Programm – ! Nie wieder – Versammlung 10.-12. Januar 2014
10-Jahre-NIE-WIEDER
Auch wir von Löwenfans gegen Rechts waren Teilnehmer der Versammlung. Warum?

Der 60. Gedenktag
Am 27. Januar 1945 rückten Truppen der UdSSR in Auschwitz ein und betraten das Gelände des KZ. Was sie dort sahen, war schlimmer als alles, was sie bisher für Propaganda gehalten hatten. Der 27. Januar gilt seither als Tag der Befreiung der Gefangenen von Auschwitz und wird als Gedenktag der Opfer des millionenfachen, industriell durchgeführten Massenmordes der »Herrenmenschen«-Diktatur, als Shoah°-Gedenktag begangen.

Am 27. Januar 2004 fanden in mehreren Fußballstadien in Italien Benefizspiele statt unter dem Motto »27. Januar: Tag des Erinnerns, um nicht zu vergessen« (vgl. Süddeutsche Zeitung, 23.1.2004, Birgit Schönau interviewt Riccardo Pacifici).

Der 27. Januar 2005 war der 60. Jahrestag. Die DFL hat die Vereine aufgefordert, in den Stadien auf diesen Tag hinzuweisen und insbesondere der Fußballspieler und anderer Sportler unter den Opfern zu gedenken. Da die Zahl »60« für uns etwas Besonderes darstellt, und wegen der wenig rühmlichen Vergangenheit unseres Clubs, freuen wir uns auch ganz besonders, dass der TSV sich an der Aktion beteiligt hat.

27. Januar 2005 – Vorgeschichte
Mit Interesse lasen wir den Bericht der SZ über die Aktion in Italien. Wir fragten uns, warum ausgerechnet in einem Land, das für große Probleme mit rechtsradikalen Fans bekannt ist, so eine Aktion stattfindet und weite Unterstützung findet, bei uns jedoch, in dem Land, dessen Regierung damals den Massenmord in den KZs befohlen hat, nicht. Nachdem wir als Löwenfans mit aussichtslosen Aktionen vertraut sind, schrieben wir kurzerhand die Italien-Korrespondentin der SZ an und erhielten prompt Antwort: In gleicher Sache hätten Leute vom Kuratorium der evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau angefragt. Sie schlug vor, dass wir uns am besten mit dem Kuratorium kurzschließen. Bald darauf fanden erste Treffen statt. Es gab keine Vorbehalte, keine Fragen nach Glauben oder Kirchenzugehörigkeit, was wir so nicht unbedingt erwartet hatten. Vermutlich hat uns die Gemeinsamkeit im Umgang mit eigentlich aussichtslosen Aktionen von Anfang an verbunden – Eberhard Schulz, Religionspädagoge, meinte, er hätte mit seinen Schülern gewettet, dass er es schafft, dass in allen Stadien der 1. und 2. Bundesliga auf den 60.Gedenktag hingewiesen wird, und dass alle Vereine dazu einen Artikel in ihrem Stadionheft abdrucken. Seine Zuversicht begründete er damit, dass gute Sachen eben immer funktionieren. Also bereiteten wir gemeinsam Ansprache und Artikel vor, und Eberhard Schulz setzte sich mit Sportbund, DFB und DFL in Verbindung – aus dieser Aktion entstammt übrigens auch der 2005 erstmals verliehene »Julius-Hirsch-Preis«.

DFL
Nach langen Verhandlungen hat am 17. Januar 2005 die DFL an die Vereine der 1. und 2. Bundesliga den Wunsch und die Aufforderung verlauten lassen, am Spieltag um den 27. Januar 2005 auf den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch Soldaten der Roten Armee, hinzuweisen. Beigefügt waren unsere Texte für die Stadiondurchsagen und für die Stadionhefte. Die Vereine machten mit – trotz der Kürze der Vorbereitungszeit – und verlasen folgende Botschaft:

Gedenken, um nicht zu vergessen
Der 27. Januar ist der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit, vor genau 60 Jahren. Wir, die Vereine der Bundesliga und die Fans, gedenken heute der Opfer.
Wir gedenken derer, die aus Gründen ihres Glaubens, ihrer Herkunft und ihrer Überzeugung aus den Vereinen ausgeschlossen wurden – viele von ihnen starben später in den Konzentrationslagern. Wir nehmen diesen Gedenktag zum Anlass, auf die Verantwortung des Sports für die Völkerverständigung und für die Integration unserer ausländischen Mitbürger hinzuweisen.
Wir sagen deutlich »Nein« zu Ausgrenzung, Hass und Gewalt – im Stadion und außerhalb.

Seit 2005 findet der Erinnerungstag im Fußball hier in Deutschland statt!

In Frankfurt haben wir nun das 10-Jährige gefeiert, durften Riccardo Pacifici kennenlernen, waren Teil der Festveranstaltungen und hatten – wie es sich für echte Löwen gehört – auch eine Menge Spaß am Feiern! Herzlichen Dank auch nochmals an dieser Stelle dem Organisationskommitee und dem Hessischen Landessportbund sowie allen Partnern und Unterstützern.

(Text unter Einbeziehung unserer alten Webseite – (c) J.K. + Ulla)

Löwenfans gegen Rechts in eigener Sache: Der Neujahrsempfang 2014 im Giesinger Bahnhof

Ein kulturelles Ereignis, auf das wir dieses Jahr wegen des Umbaus unseres geliebten Grünwalder Stadions verzichten mussten, findet endlich wieder in Giesing statt:

Was: Der Neujahrsempfang der Löwenfans gegen Rechts
Wann: Am Samstag, den 04.01.2014
Wann genau: Ab 18.60 Uhr
Wo: Im Kulturzentrum Giesinger Bahnhof (Bahnhofsplatz 1)

Bands:
ZOO ESCAPE
Kein Signal
Genyák

Da die neue „Stadionwirtschaft“ unseren Ansprüchen für dieses kulturelle Highlight am Jahresbeginn derzeit nicht gerecht wird, sind wir gerne und mit großer Freude in den Giesinger Bahnhof gewechselt. Seid Ihr bereit für Vertrautes in einem neuen Gewand in Giesing? Wir schon und wir freuen uns auf Euch!

Eure LFGR

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Fanprojekt München: SPENDENAKTION FÜR DIE PHILIPPINEN – helft mit!

SPENDENAKTION FÜR DIE PHILIPPINEN
gemeinsam mit dem Fanrat des TSV 1860 München.

Liebe Löwenfans und Freunde,

das Fanprojekt München hat Kontakt zu einem Mitarbeiter der Stiftung justiceF, welche auf den Philippinen tätig ist. Daher hat uns ein Spendenaufruf für die Flutopfer auf den Philippinen erreicht.

Spendenboxen stehen am Streetworkbus, am Fanratstand und im Fanraum.

Für die Soforthilfe ist uns jede finanzielle Unterstützung sehr willkommen.
Wenn Ihr helfen könnt und wollt, überweist uns gerne eine Spende auf folgendes Konto:

justiceF
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ: 37020500
Konto-Nr. 8239000
Verwendungszweck: Philippinen

Danke für die Unterstützung!

Christoph Diekmann, Christine Idems, Ulrike Wiegelmann
(Vorstand der Stiftung justiceF, 12.11.2013)

Für lebendige Gedenkkultur – Gegen Diskriminierung. 10. Erinnerungstag im Fußball

Die Initiative „! Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ lädt zu ihrem 10jährigen Bestehen nach Frankfurt ein. Unter dem Titel „Für lebendige Erinnerungskultur – Gegen Diskriminierung“ werden vom 10. bis 12. Januar 2014 in neun Gesprächsforen und auf drei Plenumsveranstaltungen hochaktuelle Themen des Fußballs und der Zivilgesellschaft diskutiert.

Musikalische Unterhaltung bieten Esther Bejarano (Mitglied des sogenannten „Auschwitz-Orchesters“) mit der Band Microphone Mafia und die Freunde von „Music for Goals“ aus München.
Schirmherr der Veranstaltung ist Willi Lemke, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden.

Stattfinden wird die „Versammlung“ in der Commerzbank-Arena und beim Landessportbund Hessen. Unterkunft und Verpflegung im Veranstaltungshotel (siehe Anmeldebogen) sind für die Teilnehmer/-innen kostenfrei. Die Kosten für An- und Abreise tragen die Teilnehmer/-innen selbst. Anmeldungen sind bis 7. Dezember 2013 möglich.

Die Löwenfans gegen Rechts unterstützen seit Beginn an die Initiative „! Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ und sind auch bei der Jubiläumsveranstaltung mit an Bord des Orga-Teams. Wir würden uns besonders freuen, wenn viele Löwen den Weg nach Frankfurt finden. Es erwarten Euch wirklich tolle und interessante Veranstaltungen – und viele nette Leute zum Plaudern und Feiern.

Die Einladung, das vollständige Programm und den Anmeldebogen findet Ihr hier:
Einladung – ! Nie wieder – Versammlung 10.-12. Januar 2014
Programm – ! Nie wieder – Versammlung 10.-12. Januar 2014
Anmeldebogen – ! Nie wieder – Versammlung 10.-12. Januar 2014

Toller Erfolg unserer Veranstaltungen gegen Homophobie im Fußball

Die im Rahmen der FARE Aktionswochen 2013 (initiiert vom Netzwerk „FARE – football against racism in Europe“) Ende Oktober durchgeführte Veranstaltungsreihe der Löwenfans gegen Rechts zum Thema „Homosexualität und Homophobie im Fußball“ war ein voller Erfolg.

Insgesamt kamen über 200 Besucher zu den Veranstaltungen. Das größte Interesse zog die Podiumsdiskussion an, die von über 70 Gästen besucht wurde.
Unter den Gästen waren zahlreiche Fußballfans des TSV 1860 München und des FC Bayern München sowie viele Mitglieder der schwul-lesbischen Szene in München.
Zudem kamen vom TSV 1860 München Vize-Präsident Heinz Schmidt, Sportdirektor Florian Hinterberger, Cheftrainer Friedhelm Funkel und Pressesprecherin Lil Zercher. Der Vize-Präsident des Bayerischen Landessport-Verbandes, Otto Marchner, nahm an der Lesung von Ronny Blaschke teil und zeigte sich sehr interessiert an der Thematik.

Wertvoll einzuschätzen ist die Diskussion in der Fanszene des TSV 1860 München, die durch die Veranstaltungen und die Ankündigung im Löwenforum in Gang gesetzt wurde.

Die Münchner Presse informierte umfangreich über unsere Veranstaltungen und brachte auch weiterführende Berichte zur Thematik.
So machte die Süddeutsche Zeitung „Homophobie im Sport“ zum Thema des Tages im Regionalteil am 23.10.2013 und veröffentlichte dazu auf einer ganzen Seite ein ausführliches Interview mit Rainer Schweyer von den Streetboys München, einen Bericht über die Ausstellung sowie einen Artikel über die Löwenfans gegen Rechts.
Der Münchner Merkur brachte in der Wochenendausgabe vom 26./27.10.2013 einen längeren Artikel zu Homophobie im Fußball (siehe unten). Auch die Münchner Wochenanzeiger, die tz und die AbendzeitungOnline kündigten unsere Veranstaltungen mit Fotos an.

Der TSV 1860 München hat den Löwenfans gegen Rechts seine Unterstützung zugesagt. In der kommenden Ausgabe der Stadionzeitung soll ein Artikel erscheinen (online hier).
Friedhelm Funkel und Florian Hinterberger zeigten sich sehr interessiert für das Thema und werden sicherlich in den Verein Informationen mitnehmen und ihre Kollegen sensibilisieren.
Der Vize-Präsident des TSV 1860 München, Heinz Schmidt, erklärte zudem, dass der TSV 1860 München in Kürze die „Berliner Erklärung“ unterzeichnen wolle.

Otto Marchner sagte bei seinem Besuch zu, dass der Bayerische Landes-Sportverband sich Gedanken machen will, die Thematik „Homosexualität und Homophobie im Sport“ aufzunehmen und hierzu Aktionen zu planen.

Bedeutend für den großen Erfolg der Veranstaltungen und auch für die weiterführende Arbeit war bzw. ist das geknüpfte Netzwerk aus lokalen und überregionalen Initiativen und Vereinen. Hier werden sicherlich noch weitere gemeinsame Projekte entstehen.

Ein herzliches Dankeschön geht an die Stadt München, die Münchner Regenbogen-Stiftung, die DFB-Kultur-Stiftung sowie die Hacker-Pschorr-Brauerei, die uns finanziell bzw. mit Getränken großzügig unterstützten und die Veranstaltungen erst möglich machten.

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Filmabende im Farbenladen

Am Wochenende (Freitag bis Sonntag) zeigen wir im Farbenladen jeweils um 18.60 Uhr eine der Dokumentationen von Aljoscha Pause zu „Homosexualität im Fußball“:

Freitag, 25. Oktober, 19 Uhr
Filmvorführung: „Das große Tabu. Homosexualität & Fußball“
Film von Aljoscha Pause, 2008

Samstag, 26. Oktober, 19 Uhr
Filmvorführung: „Tabubruch. Der neue Weg von Homosexualität im Fußball“
Film von Aljoscha Pause, 2009

Sonntag, 27. Oktober, 19 Uhr
Filmvorführung: „Fußball ist alles. Auch schwul“

Film von Aljoscha Pause, 2011

Für seine beiden Filme zu „Homosexualität und Fußball“ wurde Aljoscha Pause 2010 in der Rubrik „Information & Kultur/Spezial“ mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. 2010 erhielt er zudem für „Tabubruch – Der neue Weg von Homosexualität im Fußball“ den Alternativen Medienpreis.

FARE Aktionswochen 2013: „Homosexualität und Homophobie im Fußball“

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Im Rahmen der FARE Aktionswochen 2013 (organisiert vom Netzwerk „Football Against Racism in Europe“) widmen sich die Löwenfans gegen Rechts Ende Oktober dem Thema „Homosexualität und Homophobie im Fußball“. Mit der Veranstaltungsreihe wollen wir für das Tabuthema „Homosexualität im Fußball“ sensibilisieren, wollen dazu homosexuelle Sportler vorstellen, wollen Formen der Diskriminierung gegenüber sexuellen Minderheiten im Sport aufzeigen und wollen Fußballfans, aber auch alle anderen Menschen, auffordern aktiv gegen Homophobie einzutreten. Denn es gibt wohl kaum einen Bereich der Gesellschaft, in welchem die Teilnahme Homosexueller so unnormal erscheint wie im Männerfußball. Homophobe und sexistische Verhaltensmuster sind in den Fußballstadien Deutschlands stark präsent, und der Gebrauch des Wortes „schwul“ als Schimpfwort bzw. Beleidigung dort ist gang und gäbe.

Programm:

22. bis 30. Oktober, Öffnungszeiten täglich von 16 Uhr bis 22 Uhr
Ausstellung „Gegen die Regeln – Lesben und Schwule im Sport“
Die Wanderausstellung der European Gay & Lesbian Sport Federation (EGLSF) porträtiert berühmte und weniger bekannte homosexuelle Sportlerinnen und Sportler (u.a. Amelie Mauresmo, Billie Jean King, Greg Louganis, John Blankenstein, Judith Arndt, Justin Fashanu, Marcus Urban und Martina Navratilova) und informiert über die vielfältigen Diskriminierungen, mit denen Schwule und Lesben im Sport leben – aber auch über die große Chance, die der Sport ihnen bietet, ihr Leben selbstbewusst zu gestalten.

Donnerstag, 24. Oktober, 19 Uhr
Lesung: „Seitenwechsel. Coming out beim Fußball“ mit Tanja Walther-Ahrens (ehem. Bundesliga-Fußballspielerin, Delegierte der EGLSF bei FARE, ausgezeichnet mit Tolerantia-Preis 2008, Mitglied der DFB-Kommission für Nachhaltigkeit)

Montag, 28. Oktober, 19 Uhr
Podiumsdiskussion: „Homosexualität und Homophobie bei Fußballfans“
u.a. mit Vertretern der „Fußballfans gegen Homophobie“, der Queer Football Fanclubs (QFF), von BAFF und den MonacoQueers

Mittwoch, 30. Oktober, 19 Uhr
Lesung und Vortrag: Ronny Blaschke (Sportjournalist, Ehrenpreisträger Julius Hirsch 2013) liest aus seinem Buch „Versteckspieler“ und geht dabei ausführlich auf das journalistische Versagen bezüglich Homosexualität im Sport ein.

Ort für alle Veranstaltungen: Feierwerk Farbenladen, Hansastraße 31, 81373 München (www.feierwerk.de)

Unsere Partner sind:
FARE (Football Against Racism in Europe)
BAFF (Bündnis Aktiver Fußballfans)
QFF (Queer Football Fanclubs)
Fanprojekt München
Streetboys Team München e.V.
Queerpass Bayern
MonacoQueers
Fußballfans gegen Homophobie

Fußballfans fordern Kennzeichnungpflicht für die Polizei

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27.8.2013
Pressemitteilung der „Initiative für eine transparente und bürgerfreundliche Polizei“

„Fußballfans aus ganz Bayern fordern gemeinsam die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte

Über alle sportlichen Rivalitäten hinweg und in noch nie da gewesener Einigkeit fordern die Fanszenen des TSV 1860 München und des FC Bayern München, der SpVgg Greuther Fürth und des 1. FC Nürnberg, des FC Augsburg und des FC Ingolstadt 04 sowie die Anhänger der Traditionsvereine der dritten Bundesliga und der Regionalliga Bayern am kommenden Spieltag in allen Stadien lautstark und auf Spruchbändern die Einführung der Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte in geschlossenen Einheiten.

Zwei Wochen vor der Landtagswahl wird der Politik deutlich gemacht werden, dass die Fans aus ganz Bayern den Einsatz von weder durch Namen noch durch Nummern identifizier- und individualisierbarer Polizisten nicht länger hinnehmen werden.

Rund um Fußballspiele kam und kommt es häufig zu solchem Fehlverhalten geschlossener Einheiten. Ohne tatsächliche oder auch nur vermeintliche Rechtfertigungsgründe seitens der Polizei erfolgte Einsätze von Schlagstöcken und Pfefferspray gegen Fußballfans durch das Unterstützungskommando (USK) wie beim Pokalspiel der Spielvereinigung Fürth gegen den FC Bayern im Jahre 2010 oder beim kleinen Lokalderby zwischen den Bayern und 1860 in München im Jahre 2007 seien hier als Beispiele genannt. Nicht nur in diesen beiden Fällen scheiterte die juristische Aufarbeitung der für die Staatsanwaltschaft zweifelsfrei nachgewiesenen Straftaten und Körperverletzungen durch Polizeibeamte allein daran, dass die Täter uniformiert, behelmt und somit quasi „vermummt“ und durch keinerlei Unterscheidungsmerkmal gekennzeichnet zu Werke gehen konnten.

Abhilfe schaffen kann hier die obligatorische Kennzeichnung von Polizisten im Einsatz durch große, gut lesbare Zahlenkombinationen, wie sie die „Initiative für eine transparente und bürgerfreundliche Polizei“ schon seit längerem fordert.

Eine solche Kennzeichnungspflicht ist in den meisten europäischen Ländern und in anderen deutschen Bundesländern bereits Standard und wird sowohl vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als auch von den für Menschenrechtsfragen zuständigen Kommissaren der EU und der UN vorgeschrieben.

Das bayerische Innenministerium verweigert sich allerdings ebenso wie die Polizeigewerkschaften einer solchen Kennzeichnungspflicht schon seit vielen Jahren ohne jedes nachvollziehbare Gegenargument.“

Naa, des is hoid net Fuasboi!

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Banner_Rassismus_medium_rectangle_300_250Beim Spiel der Profi-Löwen gegen den FC Ingolstadt in der Arena wurde ein dunkelhäutiger Spieler der Ingolstädter von einem oder mehreren Zuschauern auf der Gegengeraden mehrfach rassistisch beleidigt. Soweit so schlecht.

Der Vorfall wurde nur bekannt, weil Ingolstädter Spieler es selber angesprochen haben. Ansonsten wäre es gar nicht in die Öffentlichkeit gelangt. Aber genau da gehört es auch hin. Es sind nicht die Medien, die gegnerischen Spieler oder sonstige, die sich jetzt zu Wort melden, die den Verein in den Dreck ziehen, wie manche behaupten, sondern eben diese Leute, die meinen, sich im Stadion so aufführen zu müssen.

Wenn wir ehrlich sind, sind rassistische Aussagen – wenn auch nicht immer so laut – im Stadion keine Seltenheit. Ach ja, und „natürlich“ ist der Gegner oft auch noch schwul.

Jetzt kann man sagen: „Ja mei, des is hoid Fuasboi.“, „Lass doch die paar Deppen!“ oder „Man darf nicht alles auf die Goldwaage legen“.

Aber: Des is hoid net Fuasboi, des is a rechter Scheißdreck. Die paar Deppen ziehen Deppen nach sich und warum sollen wir im Stadion etwas hinnehmen, wo wir im sonstigen Leben Contra geben. Und eine Goldwaage kann den Haufen verbaler Scheiße gar nicht bewältigen.

Es geht nämlich nicht in erster Linie darum, dass halt ein Gegner beleidigt wird, auch wenn der erst einmal das direkte Opfer ist. Es geht darum, dass der Gegner wegen seiner Hautfarbe, seiner Herkunft oder aufgrund dessen, wen er liebt, beleidigt wird. Und damit werden gleichzeitig auch alle anderen, auf die das zutrifft, beleidigt. Im übrigen auch Spieler, Mitglieder und Fans von Sechzig. Es geht darum, die andere Hautfarbe, die andere Herkunft oder das andere Liebesleben verächtlich zu machen. Und das geht weit über eine einfache Beleidigung hinaus, die halt einmal im Stadion fällt. (Wir sind sicher keine Engel und wollen es auch nicht sein).

Wir haben die Schnauze voll, solchen Mist im Stadion zu hören (woanders wollen wir es natürlich auch nicht). Wir haben die Schnauze voll davon, immer wieder zu hören, dass Sechzgerfans durch solchen Mist negativ aufgefallen sind. Die Vorfälle gegen Ingolstadt haben uns buchstäblich Magenschmerzen bereitet.

Aber nur das ganze blöd finden hilft nicht. Der Verein muss seinen Teil dazu beitragen, dass so etwas nicht mehr passiert und dass ein Klima im Stadion herrscht, wo so etwas nicht mehr hingenommen wird. Und das ist noch ein langer Weg.

Aber auch wir aktiven und weniger aktiven Fans müssen genauer hinhören und zuschauen, wenn im und vor dem Stadion, in der U-Bahn, im Sonderzug oder wo auch immer „blöde“ Sprüche gemacht werden, dumme Lieder angestimmt werden oder ähnliches passiert. Wir müssen die Leute, die so etwas machen, damit konfrontieren, dass es Mist ist und dass es beim Fussball eben nichts zu suchen hat. Das ist neben der Verantwortung des Vereins (oder der KGaA) eben auch die Verantwortung von selbstbewussten Fans.

Es geht auch nicht darum, Politik ins Stadion zu bringen. Man kann darüber streiten, ob es überhaupt schon Politik ist, wenn man minimalste Grundregeln menschlichen Zusammenlebens auch im Stadion gewahrt haben will. Wenn es da um Politik geht, dann ist die Politik schon damit im Stadion, wenn Idioten Affenlaute von sich geben oder „schwul“ schreien.

„Des is hoid Fuasboi“ rechtfertigt zwar scheinbar vieles, solchen Mist aber sicher nicht.
Weil: Des is net Fuasboi, des is a rechter Scheißdreck. Und des woi ma net.

(MH)

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Bericht von der „Football Fans v Homophobia Conference“ in Manchester

Am Samstag, dem 17. August 2013, fand in Manchester die erste internationale Fankonferenz zum Thema Homophobie statt. Etwa 120 Fußballfans, homo- und transsexuelle Aktivistinnen und Aktivisten, Wissenschaftler und Mitglieder von Organisationen aus 29 Ländern – darunter Brasilien, Russland, Norwegen, Polen, England und Deutschland – nahmen daran teil.

Ziel der Konferenz, die vom internationalen Anti-Diskriminierungs-Netzwerk FARE sowie von der britischen Kampagne „Football v Homophobia“ organisiert wurde, war es, Verbände, Vereine und Verwaltungen dazu aufzurufen Vorurteile und Ausgrenzung im Sport europaweit zu bekämpfen und sich gemeinsam Strategien und Maßnahmen für den Kampf gegen Homophobie zu überlegen.

Als Vertreterin der Löwenfans gegen Rechts, die sich nicht nur gegen Rechtsextremismus, sondern gegen jede Form der Diskriminierung einsetzen, habe ich die Einladung von FARE gerne angenommen und konnte mich nicht nur inhaltlich weiterbilden, sondern auch viele tolle und interessante Menschen kennenlernen und Freundschaften knüpfen bzw. vertiefen. Die mitgebrachten LfgR-Aufkleber und Löwenmüter fanden großen Anklang.

Am Freitagabend hatten wir zunächst einen Empfang beim Bürgermeister im Rathaus von Manchester, welches zur Pride Week 2013 mit der Regebogenflagge geschmückt war. Der freundliche englische Ansager (richtig klassisch mit Stock) hat mir danach sogar noch eine kleine Exklusivtour durch das Rathaus gegeben, bei der ich unter anderem gelernt habe, dass die Symbole Manchesters – die Bienen und die Blumen – auf den Fleiß der Arbeiter einerseits und auf die Baumwollfabrikation in Manchester andererseits Bezug nehmen.

Abends lernten wir uns bei dem ein oder anderen Drink in der Taurus Bar in der Canal Street – mitten im pulsierenden Regenbogenviertel Manchesters – kennen bzw. freuten uns über eine erneute Begegnung. Manchester hat eine sehr große Gay-Community und traditionell den meist besuchten Pride in England, der am kommenden Wochenende stattfinden sollte.

Samstags fand der Kongress selbst statt: Zunächst gab es vier interessante Begrüßungsreden, davon eine vom Leiter der Abteilung „Social Responsibility“ bei der UEFA, Patrick Gasser. Dieser wurde anschließend mehrfach zu den bevorstehenden Großereignissen in Russland und Qatar angesprochen – Länder, in denen Homosexualität nicht nur tabuisiert, sondern homosexuelle Handlungen auch bestraft werden können. Da die Ereignisse (Fußball-WM und Olympische Spiele) allerdings nicht in den Bereich der UEFA fallen, wollte Patrick Gasser sich nicht weiter äußern. Nach den Einführungsreden konnte jeder an zwei (von vier angebotenen) Workshops teilnehmen. Ich hatte mich für „International Campaigning Against Homphobia“ und „Innovative Campaigning“ entschieden; die anderen beiden Workshops waren zu „LGBT Fans Groups“ bzw. „Football v Transphobia: The experience of transgender fans“. Im ersten Workshop wurden die Initiativen „Fußballfans gegen Homphobie“, „Les Dégommeuses“ (Frankreich) und „Homofobia sem Homofobia“ (Brasilien) vorgestellt, bevor ein Erfahrungs- bzw. Meinungsaustausch stattfand. Im zweiten Workshop wurden eine von der EGLSF (European Gay and Lesbian Sport Federation) entwickelten Mobilphone-App für Kinder vorgestellt, die sich gegen Homophobie im Sport richtet, und die Pride Houses vorgestellt. Anschließend haben wir uns in Kleingruppen neue Möglichkeiten für Kampagnen überlegt.

Nach einer Podiumsdiskussion zum Thema „Repression vs. Erziehung“ ließen wir am Abend auf der sogenannten „Curry Mile“ die Konferenz bei reichlich gutem asiatischen Essen ausklingen. Viele sind noch weiter feiern gegangen, ich selbst war aber zu müde und hab mich im Studentenwohnheim, wo wir untergebracht waren, schlafen gelegt. Daher war ich fit genug, am Sonntagmorgen nach Old Trafford zu fahren und mit Teddy Sheringham und Paul Solskjaer den Champions League Sieg 1999 zu bejubeln.

Mehr Infos unter http://www.farenet.org/ sowie unter http://www.footballvhomophobia.com/conference/

Steffi Dilba

Banner Rathaus
Konferenz Old Trafford

Rassistische Vorfälle beim Spiel TSV 1860 – Ingolstadt (18.08.13)

Zu den vielfältigen Berichten in der Presse (s. Links unten) kommt noch ein Radio-Interview hinzu.

Ulla entschuldigt sich für den Versprecher, es muss natürlich Verwaltungsrat heißen.

hier geht’s zum Interview: http://lora924.de/?p=24383

anzeigetafel-arena-lfgr09.08.2009Das war mal – leicht adaptiert und ohne Sponsor-Nennung – die Einblendung auf der Anzeigetafel in der Allianz Arena 2009

Presse vom 20.08.2013: http://www.tsv1860.de/aktuell/presse/online-presseartikel–20-august-2013

Presse vom 21.08.2013: http://www.tsv1860.de/aktuell/presse/online-presseartikel–21-august-2013

 

Löwenfans bei der Mondiali Antirazzisti 2013

Anfang Juli waren wir gemeinsam mit unseren Freunden von den Giasinga Buam und der Münchner Freiheit nach Italien unterwegs: Genauer gesagt nach Castelfranco Emilia bei Modena, zur Mondiali Antirazzisti, um uns mit Fußballfans aus der ganzen Welt auszutauschen, gemeinsam zu feiern und natürlich, um mit unserer eigenen Mannschaft am großen Fußballturnier teilzunehmen.

Begleitend zum Turnier hatten die Veranstalter „UISP- UISP Sport per Tutti“ und Progetto Ultrà zusammen mit zahlreichen freiwilligen Helfer ein buntes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt: Auf dem „Festivalgelände“ boten sie ihren Gästen Vorträge, Konzerte und mit der „Piazza Antirazzista“ Präsentationsflächen, um allen Gruppen die Möglichkeit zu geben, die Situation bei ihren Vereinen sowie ihre jeweilige Arbeit vorzustellen.

Gleich am ersten Turniertag nahmen einige aus unserer Gruppe an dem Angebot teil, nach Bologna zu fahren und dort in einer dreistündigen Stadtführung über die Geschichte Bolognas insbesondere während des 2. Weltkriegs zu erfahren: Nach der Kapitulation Italiens am 8. September 1943 formten sich in Bologna verschiedene Partisanengruppen, welche sowohl gegen die deutsche Belagerung als auch gegen die noch aktiven italienischen faschistischen Kräfte in der Stadt kämpften. Wir besichtigten hier bedeutende Stätten der Straßenkämpfe und erfuhren, dass diese Kämpfe deshalb speziell waren, da die Partisanen ansonsten in der Regel nur auf dem Land aktiv waren. Ebenso lernten wir über die Rolle der Frauen im Partisanenkampf (als Kuriere kam ihnen eine besondere Rolle zu) und über das Schicksal der jüdischen Einwohner in Bologna.

Zwischen den Spielen, die auf drei Tage verteilt waren, blieb uns außerdem genug Zeit, um uns zu regenerieren, Schals und Pins mit anderen Fangruppen zu tauschen und das Fansein original italienisch zu zelebrieren: Am meisten Anklang fand hierbei der Borghetti, Produzent von erlesenem Kaffee-Likör seit 1860 (und Dinge, die es seitdem gibt, können ja bekanntlich so schlecht nicht sein).

Allerdings sollte man (vielleicht auch deshalb) unserem Fußballteam nachsehen, dass es trotz aufopferndem Einsatz in der brütenden Hitze Italiens nach der Vorrunde aus dem Turnier ausgeschieden ist. Dennoch sind wir nicht ganz mit leeren Händen zurück nach München gefahren: Die Löwenfans gegen Rechts haben den Preis für „die schönste und aufschlussreichste Präsentation in der Piazza Antirazzista“ gewonnen!

Was uns gefallen hat: Das musikalische und kulturelle Programm und die friedliche und freundschaftliche Atmosphäre auf und neben dem Platz.

Was uns nicht gefällt: Dass die Mondiali aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten jedes Jahr ums Weiterbestehen kämpfen muss.
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Nazis raus! 60er-Fans setzen ein Zeichen für eine bunte Kurve

„Hautfarbe und Herkunft kann man sich nicht aussuchen.
Aber man kann entscheiden, ob man ein Arschloch ist oder nicht.“

Und dies taten die Fans in der Stehhalle des Grünwalderstadions. Sie skandierten „Nazis raus“ und entschieden sich für das Richtige.
Uns Löwenfans gegen Rechts macht es froh zu sehen, dass die Mehrheit der Fans keine Kompromisse mehr macht.

„Kein Fußball den Faschisten! – Gegen Diskriminierung und Gewalt beim TSV 1860.“

http://www.tz-online.de/sport/tsv-1860/ … 26333.html

Sechzgerfest am 10. August 2013 am Trainingsgelände

Von Fans für Fans: PRO1860 veranstaltet das „Sechzgerfest“ am 10. August am Trainingsgelände des TSV 1860. Bitte teilen und weitersagen!

…. und natürlich zahlreich erscheinen.

Die Löwenfans gegen Rechts werden wieder im Pavillion „Fahnen malen“ für Kinder anbieten.

Wir sehen uns dort!

20 Jahre BAFF – Feier von 6. bis 8. September in Oer-Erkenschwick

Das Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Dieses Ereignis wird vom 6. bis zum 8. September im Salvador-Allende-Haus in Oer-Erkenschwick (www.allende-haus.de) gefeiert. Hierzu sind alle interessierten Fußballfans herzlich eingeladen!

Am Samstag finden interessante Vorträge zu aktuellen Themen statt, die in Workshops diskutieren werden. Abends gibt es eine große BAFF-Gala mit Live-Konzerten und Showeinlagen! Zum Abschluss des Wochenendes starten wir am Sonntag noch ein kleines Fun-Fußballturnier.

Die Kosten (inkl. 2 Übernachtungen im 2- bzw. 3-Bettzimmer & allen Mahlzeiten) betragen 80€. Für alle, die wenig Geld haben, aber trotzdem kommen wollen, gibt es einen ermäßigten Preis von 50€. Eine Anmeldung ist bis zum 15. August 2013 möglich.

Mehr Infos unter www.aktive-fans.de.

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