Autor: Lfgr Admin

  • Löwenmut die Zehnte

    Der neue Löwenmut ist da! Fast drei jahre sind seit der letzten Ausgabe ins Land gegangen. Wie bei unseren Löwen gewohnt, waren diese nicht gerade ereignisarm. Auf das Geschehen rund um den Verein wie auch die Profiabteilung wird natürlich ausführlich eingegangen. Neben den „Lach- und Sachgeschichten mit den Löwen“ wird auch die kürzlich durch alle Medien geisternde Sicherheitsdebatte angesprochen, gibt es Infos dazu, was es mit den Mannschaften 1860 III und IV auf sich hat und warum eine Mannschaft in Gambia sich Sanchaba United 1860 nennt. Natürlich war das jetzt nicht alles, aber bevor hier die komplette Inhaltsangabe steht gibt es lieber noch ein paar Infos rund ums Heft:

    – Jubiläumsausgabe Nummer 10
    – limitiert auf 1860 Stück
    – Preis 1,860€ (dafür wurde diesmal an der Werbung gespart)

    Verteilt wird der Löwenmut unter anderem zum Spiel in Fröttmaning an der Versicherungsarena gegen Hertha BSC, also am 16.03.2013. Einfach am Streetworkbus vorbeischauen.

    Wer noch Fragen hat, Wünsche, Anträge oder ähnliches: E-Mail an info[ät]lfgr60.de

  • Stammtisch März

    Der März-Stammtisch der Löwenfans findet statt am

    Dienstag, den 05.03.2013 um 18:60 Uhr
    Fanheim, Herzogstandstraße
    (U 2-Silberhornstraße, hinter dem Spielplatz)

    Themen, Wünsche, Anregungen? Immer nur her damit. E-Mail an info[at]lfgr60.de

  • 1860 und die „Ladies“

    Eine zynisch-satirische Betrachtung eines besonderen Angebotes von HI² und TSV München von 1860

    Unser heißgeliebter TSV versucht also mal das mit dem Marketing, dem Erschließen neuer Zielgruppen. Wie nicht anders zu erwarten, springt die neue Vermarktungsgesellschaft dabei natürlich in den erstbesten sich bietenden Fettnapf. Und da es dabei um den TSV geht, wird natürlich vorher noch kräftig Anlauf genommen.

    Vom Schminktisch zum Proseccostand

    Zum „Derby“ gegen den FC Ingolstadt gibt es also ein spezielles Angebot für die „Ladies“. Während die Herren „im Business Club über die Aufstellung debattieren“, dürfen die Damen „ungestörte Gespräche bei Prosecco, Wellness Drinks und feiner Schokolade“ führen. Ebenfalls im Angebot: eine kurze Handmassage und Inspiration durch „neue Kosmetikprodukte und ausgefallene Schmuckstücke“.

    Ein interessantes Frauenbild, welches man da beim Vermarkter zu haben scheint. Da stellt sich doch unweigerlich die Frage, ob das Wörtchen „ungestört“ nicht verrutscht ist in diesem Angebot. Okay, den kleinen inhaltlichen Fauxpas ziehen wir doch hier gerne mal gerade: „Während die Herren im Business Club ungestört über die Aufstellung debattieren…“ Denn so eine Frau kann einem doch schon den ganzen Spaß am Fußball nehmen.

    Huch, Fansein geht auch ohne Penis?

    Vielleicht hätte den Menschen vom Vermarkter bis zum 2. oder 3. Stock der Geschäftsstelle, die dieses Angebot zu verantworten haben, ein kurzer Blick in die Fankurven, ob auswärts oder daheim, geholfen. Angeblich soll es dort sehr engagierte Fans geben. Und, oh Schreck, es wurden sogar weibliche Exemplare der Gattung „Fan“ gesichtet. Diese engagieren sich in Fangremien, organisieren Auswärtsfahrten, bringen Ideen und Vorschläge ein und setzen diese sogar um etc. pp. Ja, diese Fans können sogar ohne Handmassage über die Aufstellung debattieren. Und dann gibt es noch Fans, die im Jahre 2011 eine Ausstellung nach München holten, in der es unter anderem um das Thema „Sexismus im Fußball“ geht.

    Nicht nur ist das Frauenbild, welches mit „Ladies willkommen“ umschrieben wird, eines von vorgestern. Um das Gesamtbild erst so richtig komplett zu machen, kommt es auch noch in Zeiten einer intensiv geführten Sexismusdebatte. Nach dem übergriffigen Verhalten eines Politikers gegenüber einer Journalistin und einem Blogbeitrag folgten ein Aufruf bei twitter (#aufschrei) und schon rollte eine Flut von Erfahrungsberichten zum Thema (Alltags-)Sexismus durchs Internet und erreichte schließlich auch Printmedien und TV.

    Hätte, hätte, Fahrradkette, oder so

    Um zu erfahren, wie sich nun diese angeblich neue Zielgruppe für einen Besuch in der Arena erwärmen lässt, hätten sich der Vermarkter und/oder der TSV einfach mal unter den eigenen Fans umschauen und diese nach ihren Wünschen fragen können. Der Verein hätte sich mit seinen Fans an einen Tisch setzen können oder einfach ein Fangremium befragen können. Der Verein hätte so vielleicht das ein oder andere erfahren können, was den gemeinen Fan – völlig unabhängig vom Geschlecht – denn nun stört und wo der Fan Optimierungspotential sieht. Vielleicht hätte der Verein ja auch mal die Fans befragen können, die sich mit dem Themenfeld „Ausgrenzung aufgrund des Geschlechts“ ein wenig besser auskennen.

    Stattdessen wird also eine Kampagne gestartet, in der Frau abgewertet wird. Degradiert zur schampusschlürfenden Dauerplaudertasche mit überbordendem Shoppingbedürfnis. Für diesen wichtigen Beitrag, den die Verantwortlichen hier leisten, gebührt ihnen natürlich aufrichtigster Dank. Und damit hier nicht nur Gemotze steht ein kleiner Tipp für die nächste „Ladies willkommen“-Aktion: Baut am besten noch mehrere Schuhgeschäfte in die Arena ein. Denn wie wir ja alle wissen, denkt Frau grundsätzlich nur ans Schuhe kaufen und um Fußball geht es ihnen nur am Rande.

    Update 22.02.2013:

    Ergiebige Fettnapfvorkommen entdeckt

    Der Vermarkter hat die Beschreibung seines Angebotes jetzt also geändert und aus den „Ladies“ wurden „Löwinnen und solche, die es noch werden wollen“. Und gar plötzlich werden durch den Geschäftsführer der KgaA zwei weibliche Angestellte des Vermarkters aus dem Hut gezaubert, deren Idee dies gewesen sein soll. Na sowas auch.

    Die deutliche Kritik an der Aktion zum „Derby“ beruht also laut unserem Vermarkter, in Tateinheit mit den Herren aus dem 3. Stock der Geschäftsstelle, auf einer „missverstandenen Wahrnehmung“. Zu guter Letzt zaubert man(n!) dann auch noch eine Art Gewinnspiel aus dem Hut, um die ersten 60 Löwinnen, welche sich melden, zu belohnen.

    Liebe Verantwortliche, ganz kurz und knapp: Ernsthaft? Ist diese Kampagne ernsthaft der Versuch eines verantwortlichen Umgangs mit seinen Fans, gleich welchen Geschlechts? Ist die bereits zitierte „missverstandene Wahrnehmung“ wirklich der Versuch, sich aus der Verantwortung zu stehlen? Oder doch eher der mehr als peinliche Versuch denjenigen die Schuld in die Schuhe zu schieben, die mehr als deutliche Kritik an dieser Marketingkampagne geübt haben? Ist also der Hinweis auf das Bedienen veralteter Rollenklischees und das Absprechen von Fußballsachverstand ehrlich ein Wahrnehmungsproblem? Und meint Ihr Verantwortliche ernsthaft, dass ein Geschenk an 60 „Löwinnen“ diese Aktion auch nur einen Deut besser macht? Ist der respektvolle Umgang mit Fans, gleich welchen Geschlechts, ernsthaft eine Handelsware?

    Mit verständnislosem Gruß

    Die Löwenfans gegen Rechts

  • Aufruf: Berichte über Polizeiwillkür bitte an uns senden

    Liebe Freund/innen des runden Leders und des gepflegten Spieles,

    die Münchner Initiative „Für eine transparente und bürgerfreundliche Polizei versucht gerade, sich für unsere Pressearbeit und die Archive unserer Partner von Amnesty International einen Überblick über willkürliche Polizeigewalt im deutschen Fußball zu verschaffen.

    Zu diesem Zweck wollen wir eine möglichst umfangreiche Liste erstellen.

    Wir bitten deshalb alle Fanszenen, die in den zurückliegenden Jahren in irgendeiner Form Opfer von gewalttätigen Übergriffen durch die Staatsmacht zu beklagen haben bzw. hatten, um eine Rückmeldung und um eine kurze und knappe Schilderung der bekannt gewordenen Vorfälle.

    Für Eure Hilfe schon mal vorab herzlichsten Dank aus München

    Herbert Schröger, LfgR

    Wer kann mit Berichten helfen? Eure Mails bitte gleich direkt an Herbert: h.schroeger60[ät]plus.cablesurf.de
    Wenn es Mails mit großen Anhängen sind, dann bitte an loewe[ät]fanzine-loewenmut.de (da hat er mehr Platz für Anhänge).

  • Veranstaltungstipps für Samstag den 16.02.2013

    Zwei Veranstaltungen mit leider leichten Überschneidungen finden am kommenden Samstag statt:

    Samstag, 16.02.2013 14:00 Uhr – 18:00 Uhr Bayerischer Landtag, Maximilianeum, München

    Fairplay heißt Toleranz und Respekt vor dem sportlichen Gegner. In diesem Sinne kann Sport einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer aufgeschlossenen und integrativen Gesellschaft leisten. Nicht immer halten sich jedoch alle an diese Regel – sowohl auf als auch neben dem Platz.

    Gerade migrantisch geprägte Sportvereine sehen sich noch zu oft mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert. Das große Potential, das gerade diese Vereine im Hinblick auf Verständigung und Integration in sich tragen, wird gleichzeitig allzu häufig übersehen.

    Weitere Infos und Anmeldung

    Samstag, 16.02.2013 18:00 Uhr bis ca. 22:00 Uhr: Die junge Nacht der Clubs – gemeinsam feiern für Toleranz und Respekt

    Haltung zeigen kann viele Gesichter haben und findet nicht nur in Form von Diskussion und Argumentation statt. Respektvoll zusammenleben kann man in vielen Formen, z.B. auch indem man miteinander feiert – für Toleranz und Respekt.

    Willkommen ist wer Respekt mitbringt, gegenüber:

    – denjenigen aus dem anderen Viertel
    – denjenigen mit einer anderen Herkunft und/oder Sprache
    – denjenigen mit einem anderen Glauben
    – denjenigen mit einer anderen sexuellen Orientierung
    – denjenigen die körperlich nicht unversehrt sind
    – all denen die „anders“ sind

    Die Löwenfans gegen Rechts freuen sich schon aufs Atomic Cafe und hoffentlich viele Mitfeiernde.
    Weitere Infos gibt es auf der Seite der Kampagne Laut gegen Brauntöne und auf der Veranstaltungsseite auf facebook.

  • Neulich in Duisburg…

    Die Münchner Löwen feiern also einen Sieg in Duisburg, sehr schön. Eher unschön dagegen, was im Auswärtsblock zu vernehmen war. Beim Blick auf den Kader und den Spielverlauf dürfte auch eher unschwer zu erraten sein, an wem sich manch Dumpfbacke unter den Löwen-Anhängern mal wieder versucht hat abzureagieren. Und so waren „Nigger raus“, „Scheiß Kanacke“ und, als die 3 Punkte sicher waren, auch ein augenzwinkerndes „Sieg…pscht“ zu vernehmen. Die komplette Huldigung traut man sich da scheints doch (noch?) nicht. Zeit aber, wieder einmal genauer hinzuschauen wer sich denn da unter den Löwenfans tummelt, wohl fühlt und vehement als „echter Löwenfan“ verteidigt wird.

    1860 als Wohlfühlzone für Nazis?

    Anwesend im Gäste-Block war unter anderem ein bekannter Neonazi, dem die Fußballabteilung des TSV erst vor einiger Zeit die Mitgliedschaft verweigerte, was nebenbei erwähnt wieder einmal zur Lieblingsbeschäftigung der Nazis führte: einem Gerichtsprozess. Erst kürzlich gingen während eines anderen Prozesses, Norman Bordin saß dieses mal auf der Anklagebank, mehrere Unterstützer auf Journalisten los. Unter den beim Prozess anwesenden waren, neben dem Angeklagten, übrigens auch einige bekannte Gesichter aus dem Stadion. Auch wenn dieser Gerichtsprozess nichts mit unserem Verein zu tun hatte, so lohnt es sich doch genauer hinzuschauen worum es überhaupt ging.

    Kurz nach dem zufälligen Auffliegen des Terrornetzwerkes NSU wurde auf einer Neonazi-Demonstration in München, welche übrigens dank Blockaden von engagierten Bürgern gestoppt wurde, das „Paulchen Panther“-Lied gespielt, die Erkennungsmelodie der NSU. Auf dieser Demo anwesend neben dem bereits erwähnten Norman Bordin: ein weiterer Löwenfan, unschwer zu erkennen am Löwenpulli. Beiden Löwenfans gemeinsam ist, dass sie öfters im Stadion anzutreffen sind aber auch auf Kundgebungen von rechten Organisationen wie beispielsweise des Freies Netz Süd.

    Augen auf und Arsch hoch

    Natürlich ließe sich jetzt vortrefflich streiten, was dies alles mit unserem Verein zu tun hat. In Diskussionen mit Löwenfans, wie beispielsweise in einer sehr beliebten Facebookgruppe mit über 1000 Mitlesenden, wird auch immer wieder das beliebte Motto “Politik raus aus dem Stadion” hervorgebracht. Die bereits genannten Neonazis fühlen sich in dieser Gruppe jedenfalls pudelwohl und spielen liebend gern die verfolgte Unschuld. Gehetzt von bösen „Linksextremisten“, verfolgt vom „Gutmenschenmob“. Jedoch darf, nein muss die Frage gestellt werden, warum rassistische und ähnliche ausgrenzende Sprechchöre immer und immer wieder aus dem Umfeld der bereits genannten Nazis kommen.

    Hier sind zum einen die Löwenfans in die Verantwortung zu nehmen, welche immer wieder vehement Löwenfans verteidigen, welche durch ausgrenzenden Äußerungen auffallen. Die hier verschwendeten Energien sollten lieber darin investiert werden zu schauen, wer sich da im Löwenumfeld tummelt, wohl fühlt, die Löwen in Verruf bringt. Zum anderen ist es auch am Verein selbst, tätig zu werden. Nachdem man aufzuwachen schien und der Thematik aufgeschlossen gegenüber stand, scheint man nun im Winterschlaf zu verweilen. Ein Engagement aller jedoch zwingend nötig, damit sich jeder der den Löwen im Herzen trägt, auch beim TSV gut aufgehoben fühlt.

  • Lesung „Die Löwen unterm Hakenkreuz“

    Liebe Löwenfans,

    der TSV 1860 München und das Fanprojekt München laden Euch herzlich zu folgender
    Veranstaltung ein:

    Der Autor Anton Löffelmeier liest aus seinem Buch „Die ‚Löwen‘ unterm Hakenkreuz„. Im Anschluss daran findet ein Autorengespräch mit offener Diskussion statt. Die Moderation übernimmt der Journalist und Delegierte der Fußballabteilung Peter Kveton.

    Beginn: Donnerstag, 28. Februar 2013 um 19:30 Uhr
    Ort der Veranstaltung: das Bistro A1 (Grünwalder Straße 9, gegenüber vom Sechzger-Stadion).

    Für weitere Infos und bei Rückfragen wendet Euch bitte an Axel Dubelowski (axel.dubelowski@tsv1860.de) oder an Steffi Dilba (fanprojektmuenchen@web.de), die sich sehr über Euer Kommen freuen würden.

    EINLASSVORBEHALT:
    Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

  • Februar-Stammtisch

    Wie gewohnt findet unser monatlicher Stammtisch am 1. Dienstag im Monat statt:

    Dienstag, 05. Februar 2013
    Uhrzeit: 18:60 Uhr
    Ort: Fanheim, Herzogstanstraße 18
    (U-Bahn Silberhornstrasse)

    Wer sich engagieren möchte oder Themenvorschläge hat ist natürlich gern gesehen. Es gilt natürlich der Einlassvorbehalt.
    Natürlich können auch Themen, Fragen, Wünsche, Vorschläge, Lob, Kritik wie gewohnt an unsere E-Mail-Adresse info[ät]lfgr60.de gesendet werden. Wer über einen Facebook-Account verfügt darf gern unsere Facebook-Seite besuchen.

  • Jugendbus nach Braunschweig mit Besuch Gedenkstätte Bergen-Belsen

    Zum Auswärtsspiel des TSV 1860 München bei Eintracht Braunschweig führt das Fanprojekt München für sieben Löwenfans zwischen 14 und 18 Jahren eine begleitete Übernachtungsfahrt mit Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen durch.

    • Abfahrt ist am Samstag, 23. Februar 2012, um 6 Uhr am Sechzgerstadion
    • Übernachtung in der Jugendherberge Celle (mit Frühstück)
    • Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen am Samstagnachmittag
    • Spaziergang und gemeinsames Abendessen in Celle
    • Besuch des Spiels Eintracht Braunschweig – TSV 1860 München
    • Abfahrt nach München nach Spielende
    • Rückkehr nach München am Sonntag, 24. Februar 2013, gegen 22 Uhr
    • Unkostenbeitrag: 20€ (inkl. Eintrittskarte, Fahrtkosten und Übernachtung mit Frühstück)

    Auf der gesamten Fahrt gilt ein strenges Alkohol- und Rauchverbot.

    Anmeldung ab sofort mit Name und Alter des Teilnehmers sowie der Telefonnummer der Erziehungsberechtigten bei Steffi Dilba unter fanprojektmuenchen[ät]web.de.

    Achtung: Im Moment sind alle Plätze vergeben.

  • Aachen Ultras: Kein Einzelfall

    Quelle: wochenanzeiger.de

    Engagement ohne Gegenliebe

    Wie bei Spiegel Online, den Aachener Nachrichten und beim Bündnis Aktiver Fußballfans nachzulesen, haben sich die Aachen Ultras (ACU) aus dem Stadion zurückgezogen und werden künftig keine Spiele der eigenen Mannschaft mehr besuchen. Dies geschieht, nach eigener Aussage, auch zum Selbstschutz, da gewalttätige Übergriffe rechter und ultrarechter Fans aus dem Umfeld der Karlsbande (KBU) und anderer zumindest rechtsoffener Gruppierungen nicht nur im Stadionumfeld stattfanden, sondern sich auch auf das private Umfeld erstreckten.
    Den Aachen Ultras gebührt für ihren Kampf für eine bunte Kurve und gegen Diskriminierung und für das Aufzeigen rechter Strukturen innerhalb der eigenen Fanszene – dies alles unter extrem schwierigen Bedingungen – Respekt und Dank. Dem Verein wie auch der restlichen Fanszene dagegen kann man nur die allerherzlichsten Glückwünsche aussprechen – denn ein Problem welches man nicht sieht oder sehen will, existiert ja bekanntlich nicht.

    Und bei 60?

    Auch wenn im Ausmaß bei weitem nicht vergleichbar, so lassen sich zum Geschehen in Aachen doch Parallelen ziehen zu anderen Vereinen, darunter unter anderem unserem heiß geliebten Chaosverein:
    Wer Engagement zeigt für eine bunte Kurve, für eine Fankurve in der sich jeder wohlfühlt, der den Löwen im Herzen trägt – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Abstammung oder sexueller Ausrichtung -, der muss sich dem Vorwurf aussetzen ein „Linksextremist“ zu sein oder aber Politik ins Stadion zu tragen, welche dort nichts verloren hat. Rassistische und ähnliche Äußerungen werden allgemein als nicht so störend empfunden wie der Hinweis auf diese. Immerhin existiert in der Vereinsführung des TSV 1860 mittlerweile ein Problembewusstsein zur Thematik. Jedoch kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass sich die Verantwortlichen auf dem bisher Erreichten ausruhen. Auch wenn die Medien momentan dem Thema einen sehr breiten Raum einräumen, so darf nicht vergessen werden, wie die Debatte rund um das Konzeptpapier „Sicheres Stadionerlebnis“ geführt wurde. Fans wurden pauschal als gewalttätige, dumpfe Masse tituliert, und es wurde über diese geredet, jedoch nicht mit ihnen. Und auch für die DFL war das Thema Rassismus nur eine Randnotiz in der Debatte und wurde gar mit Pyrotechnik auf eine Stufe gestellt.
    Dank vieler engagierter Fans und einer Vereinsführung, die dem Thema zumindest nicht ablehnend gegenübersteht, befindet man sich beim TSV im Vergleich zu anderen Vereinen in einer vergleichsweise komfortablen Position. Jedoch heißt es weiterhin aktiv zu bleiben, damit es nicht zu einer Entwicklung kommt, wie sie in Aachen ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

    Es wartet noch viel Arbeit…

    Es ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, damit Begriffe nicht undifferenziert verwendet werden (z.B. „Gutmensch“ oder der Extremismusbegriff) oder mit Parolen wie „Politik aus dem Stadion“ um sich geworfen wird, ohne dass bemerkt wird, wer davon profitiert.
    Hier sind die Fans in der Pflicht sich zu informieren, wie und wo Ausgrenzung stattfindet, und aktiv gegen diejenigen vorzugehen, die diese betreiben, anstatt gegen diejenigen, die darauf hinweisen!
    Der Verein darf es nicht bei symbolischen Aktionen belassen, sondern muss proaktiv vorgehen und sich – nicht nur – wiederholt eindeutig positionieren!
    Die DFL muss endlich erkennen, dass es sich bei Rassismus und Diskriminierung um etwas handelt, was nicht unter „ferner liefen“ behandelt werden kann und darf!
    Allgemein bleibt die Hoffnung, dass der Rückzug der Aachen Ultras ein Weckruf ist, der aufzeigt, dass engagierte Fans nicht allein gelassen werden dürfen und dass es sich um Probleme handelt, welche nicht nur auf den Fußball und sein Umfeld beschränkt sind.

    Weitere Links zum Thema:

    Rechts vor Links in der Kurve
    In der Rechtskurve
    ZDF SPORTreportage – Die Braunen im Blick
    Der „unpolitische“ Block 132 live und in Farbe